Dienstag, 20. November 2012

The New York Thanksgiving Trip -Part 1 - 16 Hours in the Car and the FALLS




Wir fahren dieses Jahr über die Thanksgiving Woche in den Bundesstaat New York zu der Familie meiner Gastmutter. Sie sind als meine Mutter noch kleiner war viel umgezogen, weil der Beruf ihres Vaters, meines Gastopas gewechselt hat. Aber seit den Cheryl in die 4. Klasse ging leben sie alle im Staate New York, in der Nähe der Hauptstadt Albany.
Diese Zusammenkunft findet nur alle 3 Jahre statt, weil die Familie ziemlich groß geworden ist und sich über die Jahre übers ganze Land verteilt hat. Die genaue Zahl habe ich nicht in Kopf, aber ich glaube es werden insgesamt 55 Leuten dort sein, vielleicht mehr, vielleicht weniger. Natürlich leben einige der Brüder und Schwestern meiner Mutter noch in der Nähe des besagten Ortes in New York, aber einige haben sich echt weit verstreut.

Insgesamt sind in der direkten Blutlinie der Boersma Familie 3 Söhne und 7 Töchter (meine Mutter mit eingeschlossen).

Da gibt es ihren Bruder Tim, der ist taubstumm und lebt mit seiner Frau in Californien. Sie haben einen sehr jungen Sohn. Ihre Schwester Joi lebt in Nebraska, ihr Bruder - der in Afghanistan stationiert ist, bekommt Urlaub um mit seiner Familie Thanksgiving zu feiern und natürlich wir aus Wisconsin - um nur einige zu nennen.

Wir sind um 8:15 pm (Sonntag) in Juneau losgefahren und haben erstmal die Segel Richtung Süden gesetzt um um den Lake Michigan herum zu fahren. Gegen ca. 11 Uhr haben wir Chicago erreicht, Wir sind nur durchgefahren, trotzdem hatten wir einen umwerfenden Blick auf die Skyline der unzähligen Wolkenkratzern und wenn ich unzähligen sage, meine ich so viele wie ich sie noch nie auf einem Fleck gesehen habe -> und Frankfurt ist nicht gerade klein! Und wenn ich Wolkenkratzern sage, meine ich allerlei von hohen Gebäuden :D Wir sind auf der Interstate (große Autobahn) mitten durch die Stadt gefahren und es war wie man es aus den Filmen kennt. Die Straßen sind in verschiedenen Höhen über dem Boden und manchmal überkreuzen sie sich sogar.

Dann haben wir die erste Mautstelle erreicht, auch hier der typisch amerikanische Stil. Don hatte die geniale Idee all das Wechselgeld das zu Hause rumfliegt in die Maut-Automaten zu stopfen. Also hat er Tütchen gepackt:
27,50$ in Quartiers (25 Cents), 2$ in Dime (10 Cents) und 1$ in Nickel (5 Cents) :D

Gestern Abend ist nicht viel mehr passiert Jake und ich haben einen Film auf dem Laptop gesehen und ich bin irgendwann eingepennt. Meine Gasteltern wechseln sich mit fahren ab, damit wir in einer Tour durch kommen. Als es Heute morgen hell wurde sind alle aufgewacht und gegen ca. 7 Uhr haben wir in eine Restaurand gefrühstückt. Bacon, Sunny up (Spiegelei) und Pancake. Und dann ist die Bombe geplatzt - ich habe geschrieben, dass ein ziemlich bekannter Touristenpunkt gar nicht so weit weg ist, aber meine Gasteltern waren sich noch nicht ganz sicher ob wir dort hinfahren, weil es bei dem Trip in erster Linie um den Besuch der Familie geht, aber da wir gestern Abend schon los sind, weil meine Gastmutter nicht arbeiten musste, hatten wir heute Zeit und ich hab den "Braten" das erste Mal gerochen, als wir Richtung Buffalo abgebogen sind. Und was ist kurz hinter Buffalo zur kanadischen Grenze?

DIE NIAGRAFÄLLE!!
Um ca 11:11 a.m. standen wir auf der amerikanischen Seite der gigantischen Wasserfälle!
Es war ein wenig bewölkt, aber das gigantische Naturschauspiel hätte so wie so alles übertrumpft.
Das Hinabstürzen der Wassermassen und das Rauschen des auf den Felsen aufprallenden Wassers und die Nebelschwaden... EINMALIG !

Auf Fotos oder sonst wie, denkt man immer die Fälle wären in der Einöde, dabei sind sie mitten auf der Grenze zwischen Kanada und des USA. Auf der amerikanischen Seite ist Niagarafall Ciy und ich weiß nicht was auf der kanadischen Seite ist, aber es ist direkt zwischen 2 Großstädten. Die kanadische Seite ist schöner, weil man den berühmten Halbkreiswasserfall besser sehen kann, aber die amerikanische Seite tut es auch :D
Ich konnte es gar nicht fassen als es mir meine Gasteltern im Auto 5 min vorher erzählt haben und hab ca. 20 mal "really" und "NOW" ??? gefragt :D

Wir haben uns ungefähr eine Halbestunde am Rand aufgehalten und nur in den Abgrund gestarrt. Dann sind wir noch auf eine  Aussichtsplattform gegangen und haben Fotos gemacht.
Wir konnten nicht auf die kanadische Seite rüber, weil meine Familie Reisepässe bräuchte und die kosten 180$. Bisschen teuer für 'ne halbe Stunde :D

Diesen Tag und das Strahlen in meinem Gesicht als mir klar wurde was wir machen, werde ich mein Leben nicht mehr vergessen!

Es war AWESOME















Sonntag, 18. November 2012

Die Legende der Jagd –Teil 2 First Blood-


(ich empfehle Teil 1 zu lesen, und warne gleichzeitig vor den eventuell blutigen Bildern im folgenden Beitrag)

Der Tag heute ist genau wie der gestrige gestartet – früh aufstehen, raus aufs Feld und die Waffe um 6:30 geladen. Heute sind nur meine Gastmutter und ich raus und wir sind in den Schießstand gegangen, in dem normalerweise mein Gastvater sitzt. Der Tag war nicht so nebelig und wir konnten richtig viele Sterne sehen und uns auch schon ziemlich gut zurechtfinden. Der Sonnenaufgang war ,wie gestern, richtig schön und von den wundervollen Geräuschen der Natur untermalt. Wir haben einige kanadische Gänse gesehen, die sich langsam auf den Weg Richtung Süden machen (ziemlich spät, weil es dieses Jahr sehr trocken und warm war, und immer noch ist). Den ganzen Vormittag ist nicht viel passiert, wir haben nichts gesehen und die anderen Schüsse, die man gestern hören konnte sind auch weniger geworden. Zum einen gehen viele nach ihrem ersten Fang nicht noch mal raus, und zum anderen war es heute sonniger und wärmer (10°C), also suchen die schlauen Tiere einen Platz im hohen Gras und bewegen sich den ganzen Tag über nicht viel. Wenn es kühler ist, wird denen schnell kalt, also bewegen sie sich -> bessere Chancn.

Der Plan war um 1:00 nach Hause zu gehen, weil wir heute Abend noch nach NEW YORK STATE fahren -> typisches Thanksgiving mit der Familie, ich werde euch auf jeden Fall über den Blog auf dem Laufenden halten.
Die Familie meiner Gastmutter, wahrscheinlich werdet ihr in der nächsten Woche täglich Berichte bekommen.

Um 11:30 Uhr hatten wir also immer noch nichts gesehen und der Bruder meines Gastvaters, der auf der Nachbarfarm in einen anderen Schießstand gesessen, und auch noch nichts gesehen hatte schlug einen Drive vor (Methode 2 aus dem Bericht von gestern). Cheryl (meine Gastmutter) konnte nicht mit machen, ihr Rücken hatte ihr diese Woche schon mal Schmerzen bereitet also stand sie am Ende des langen Feldes, das wir mit 3 Leuten zu durchkämmen versuchten. Ich hatte das Gewehr von Doug (mein Gastonkel). Er war immer eine Armlänge hinter mir, weil das meine Lizenz so vorschreibt.
Also wir sind auf die andere Farm, und er hat mich gefragt, ob ich mit einer Waffe umgehen kann und ich so „YES“, er meinte noch was wie, der Safety Butten (die Sicherung) ist ein bisschen verschieden, dann lädt das Gewähr voll und drückt es mir in die Hand :D

Die Lage:

 
Unsere Strategie:












                                                     Und dann auf halber Strecke ca.3 Meter neben mir springt ein junges Reh aus dem Gras:
John hat 2-mal geschossen, aber nicht getroffen und ich habe es zwar gesehen, und auch anvisiert, war aber nicht sicher ob es sicher genug ist zu schießen (es war sicher genug). Das ganze hat sich vielleicht in 5 Sekunden abgespielt und mein Herz ist abgegangen wie ein Presslufthammer – JAGT FELLING!

Ungefähr 20 Meter weiter ist wahrscheinlich die Mutter aus dem ca. 180 cm hohen Gras gesprungen und sofort nach vorne los gesprintet. Meiner Gastmutter hat von der Seite einen Schuss abgegeben aber nichts getroffen. Sie hat das Gewehr nicht richtig gehalten oder nur zu locker, aber das Visier auf dem Gewehr hat ihr eine Klippe in die Nase gehauen. Das kann richtig gefährlich sein und einem im Extremfall die Nase brechen.

Nach weiteren 20 Metern ist das dritte Reh, in den Sprint gegangen. John hat 1 mal geschossen – PERFEKT !!!
Es ist in eine kleine Buschgruppe gerannt und nicht auf der anderen Seite raus gekommen, wir waren also nicht sicher ob es nur wartete oder tot war. Es war tot, ein perfekter Schuss in den Nacken hatte das Tier sofort niedergestreckt.
Normalerweise versucht man direkt hinter die Vorderbeine zu schießen, um die Lunge oder das Herz zu erwischen um dem Tier so wenig Schmerzen wie möglich zu bereiten und so wenig  Fleisch wie möglich zu zerstören.

Ich und meine Gastmutter
John und Ich
Jagen ist nicht zum Spaß, natürlich kann der Nervenkitzel und das Lauern auf die Beute Vergnügen bereiten, aber man macht es auch für das Fleisch. Reh oder Hirschfleisch zu kaufen oder damit zu handeln ist illegal, also bekommt man es nur wenn man es selbst erlegt oder von Freunden oder Familie, was nicht oft geschieht, weil es ist wie nach einem Teil des Gehaltes zu fragen.

Die Innereien müssen per Gesetzt noch vor Ort  ausgenommen werden. Das Ausweiden ist eine hohe Kunst man sollte sich selbst nicht verletzten und auch keine Organe, das Tier ist zwar schon tot, aber man möchte nicht, beispielsweise den Inhalt den Magens über das gute Fleisch ergießen.

Ich durfte ein bisschen mitmachen und es ist sehr interessant! Da das Tier vielleicht 15 min tot war, ist es natürlich noch warm von innen und einfach nur glibberig. Nun der moralische Teil: Fleisch wächst nicht auf Bäumen oder unter der Erde, man kann es nicht finden wie einen Stein oder danach rufen – man muss es von einem Lebewesen nehmen. Das geschieht in Fabriken wo wir es nicht mitbekommen und wird dann schön verpackt bei Aldi oder Rewe in der Kühltruhe ausgebreitet. Es ist nicht falsch es einmal selbst zu tun (der einzige Unterschied ist der, in der Fabrik machen die das hoffentlich nicht auf dem Boden und sie haben die                                                schärferen Messer).  Ich finde jeder der einmal Fleisch gegessen hat, sollte das mal gemacht haben – mir hat es das Gefühl gegeben zu begreifen was es bedeutet Fleisch zu essen. Ich weiß, dass nicht jeder diese Erfahrung machen kann, aber wenn ihr die Chance dazu habt, versucht es!

Rehe gibt es hier genug, im Gegenteil, es gibt sogar in machen Jahren zu viele. Ein Reh oder Hirsch in Wisconsin ernährt sich größtenteils von Mais – davon gibt es hier unendlich viel.

Unsere Truppe, in orange hinter meiner Mutter ist Mark, daneben ist mein Onkel (Don's Bruder) Doug, rechts daneben John, der den anderen Hirsch gestern geschossen hat und ich.
Wir sind zu der Farm gegangen und da ich es nicht geschossen hab sondern John, behält er es, aber ich durfte mit eine Art Filet aus dem Rücken schneiden – nicht viel, aber eins der besten Stücke. 

2 ½ Stunden später zu Hause hat es mein Gastvater mit Butter in der Pfanne angebraten, und ich hatte wohl das leckerste und frischeste Steak meines Lebens.
ES WAR KÖSTLICH

Samstag, 17. November 2012

Die Legende der Jagd -Teil 1 Opening Day-



Jagen in Wisconsin ist so ziemlich wie das Surfen auf Hawaii, wie das Wandern in den Alpen oder das Tauchen in Ägypten - es ist einmalig, außergewöhnlich, unbeschreiblich, eine Erfahrung fürs Leben - es ist einfach wunderschön!

Wisconsin ist halb so groß wie Deutschland, aber wir haben nur 5.536.000 Menschen. An dieser Tatsache kann man sich ausdenken, wie viel  freies Land es hier gibt. Jede Menge Wälder, Sumpf- und Marschgebiete und natürlich die unzähligen Farmen, für die Wisconsin so berühmt ist. Jagen kann man hier so gut wie alles, von Eichhörnchen, Hasen, Füchsen  und Truthähnen hin, bis zu Rehen, Hirschen und in nördlichen Gebieten sogar Bären.
Die verschiedenen Saisons sind übers Jahr verteilt. Die Entensaison ist gerade zu Ende gegangen und die Hirschjagd hat begonnen. Im Winter gibt es Eis-Fischen und im Frühjahr Truthähne.
Die Königsdisziplin oder das beliebteste ist das Hirsche jagen mit dem Gewehr. Nur eine Woche im Jahr erlaubt. Immer in der Thanksgiving Woche (Thanksgiving ist immer am dritten Donnerstag im November). Vorher kann man, und ich bin mir nicht sicher ob nachher auch, Rehe und Hirsche nur mit Pfeil und Bogen jagen. Das ist extrem zeitaufwendig und um ein Vielfaches schwieriger als mit einem Gewehr. 
Mein Gastvater hat in seiner Jugend und im frühen erwachsenen Leben viel gejagt, aber mit der Familie und dem Job heutzutage ist das schwer. So geht es vielen Amerikanern, aber normalerweise können Jugendliche mit 16 (ich bin mir auch hier nicht ganz sicher) selbst nach der Schule, an den Wochenenden und in den Ferien auf die Jagt gehen. Man braucht eine Waffe und einen Hunters Safety Kurs - hier lernt man wie man eine Waffe vernünftig händelt und die ganzen Gesetze rund ums Jagen. 
Ich habe eine Mentor Licence, der Unterschied ist ich habe keine eigene Waffe, keinen Kurs und kann nur mit einem Erwachsenen eine Armlänge entfernt ist,  jagen. Und wir (meine Gastmutter und ich heute) dürfen nur eine Waffe für 2 Leute haben.
 
Heute (Samstag) ist der Eröffnungstag der einwöchigen Hirschjagt. Das ganze ist so populär, dass man in der Schule Formulare ausfüllen kann um mit seiner Familie jagen zu gehen. So verpasst man nur 2 Tage Schule, weil Mittwoch, Donnerstag und Freitag sowieso keine Schule wegen Thanksgiving ist.





Wir (meine Gasteltern und ich, meine Gastschwester geht nicht jagen und meine Gastbruder hatte dieses Jahr keine Lust) sind um 4:30 am Morgen aufgestanden, haben uns warm und orange angezogen und sind um 5:30 mit dem Auto zum übernächsten Ort nördlich gefahren. Burnett -> der Ort wo mein Gastvater aufgewachsen ist und wo wir zur Kirche gehen. Man kann auf privatem Gelände oder auf öffentlichen Gelände jagen, die Gesetze sind die gleichen der Unterschied ist nur, auf privatem Gelände weiß man wer noch so alles da ist. Mein Gastvater geht üblicherweise auf ein kleines Waldstück am Ende des Geländes eines befreundeten Farmers und dieses Jahr sind wir alle hier. Es gibt verschiedene Arten zu jagen. Die zwei von denen ich gehört habe sind die beliebtesten:
 
1) man sitzt in einem Schießstand oder einem Baum, in einem Busch oder an einer Baumgruppe und wartet bis etwas vorbeikommt, das man schießen kann.
Wenn man mit mehreren Leuten ist verteilt man sich, um ein größeres Gebiet abzudecken.

2) man geht mit einer größeren Gruppe (6 oder mehr). 5 Leute gehen durch einen Wald, schrecken die Hirsche auf und versuchen sie im Lauf zu erwischen -> extrem schwer, man muss schnell sein. Zur Absicherung seht der 6. Mann am Ende des zu durchkämmenden Stückes und versucht die rennenden Tiere im Lauf von vorne zu erwischen. 

Don'S Freund hat einen 6 Pointer geschossen
(junges Tier ca 1 1/2 Jahre alt) zartes Fleisch
Wir jagen nach Methode 1. Die Gesetzte zum Jagen sind scharf, aber das müssen sie auch. Man darf nur bei Tageslicht schießen, also zwischen 6 Uhr am Morgen und 4:30 am Nachmittag, vorher und nachher ist es illegal eine geladenen Waffe mit sich zu haben. Die Strafen für das Brechen eines Gesetzes sind hoch. Lebenslanges Jagdverbot, lebenslanges Verbot des Besitzen einer Waffe, Geld und sogar Gefängnis -> zu hoch für einen dummen Fehler oder eine Unachtsamkeit deswegen passen ALLE höllisch auf! 
Wir sind im Dunklen raus und haben uns einen schönen Fleck am Ende einer Baumreihe gesucht. Das hohe Gras und die Bäume hinter uns, von denen einige abgestorben sind, bieten eine gute Deckung. Es ist Gesetz, dass min. 50% der Kleidung am Körper die Farbe Orange hat. So kann man besser von anderen gesehen werden um Unfällen vorzubeugen und Rehe und Hirsche können ohnehin keine Farben sehen. Wir haben uns im Dunklen eine Platz gesucht um die Waffe um Punkt 6 zu laden und sofort bereit zu sein. Und außerdem scheuchen Leute die später als 6 Uhr kommen Rehe und Hirsche auf - bessere Chancen! Die besten Gelegenheiten einen Hirsch oder ein Reh zu sehe und zu erlegen sind am Morgen und am Abend. Den ganzen Tag über bewegen sich die Viecher meistens nicht und wenn dann nur in sehr großen und langsamen Kreisen von 3 Stunden und mehr.

Es gibt zwar viele Tiere hier, aber die Garantie etwas zu sehen oder zu töten hat man nie. Deshalb heißt es jagen und nicht töten!

Es ist einfach klasse, und jeder der schon mal einen Sonnenaufgang auf einem Berg oder an der Küste mit erlebt hat weiß annähernd was ich versuche zu beschreiben: Es war extrem nebelig als wir raus sind und so konnten wir gleich 2 Naturschauspiele mit erleben. Es wird heller, die Luft wärmt sich auf und die ersten Nebelschwaden verschwinden. Dann bricht ein erster Sonnenstahl durch die Dächer der Baumkronen um uns herum. Die Vögel fangen an zu zwitschern und ein erster frische Windhauch weht durch die ca.1,5 bis 1,8 m hohen Gräser. Ein geladenes Gewehr auf dem Schoß zu haben, die Natur zu genießen und mit ihr gemeinsam in den Tag zu starten. Und das trifft es nicht mal annähernd!

Um ca. 10 min nach 6 haben wir die ersten Schüsse gehört. Manche weiter weg, andere etwas näher (ich spreche immer noch gut von 500 m). Es ist wie ein ziemlich langsames Feuerwerk, das man nur hört und nicht sehen kann. Das ging ca. 1 Stunde so alle 2 bis 10 min, ein Knall oder mehrere in einer Reihe (wenn man schießt, sofort nachladen, damit man noch mal abdrücken kann).
 
Den ganzen Tag über ist nicht viel passiert. Ich hab ein Nickerchen gehalten und gegen Mittag sind wir zurück zum Bauernhof auf dem Gelände gegangen um den Hirsch zu sehen den der Sohn des Farmers geschossen hat. 

Mein Gastvater war auf der anderen Seite des gut 1 km breiten Feldes. Wir haben sms's geschickt um nachzufragen ob alles in Ordnung ist und ob die Schüsse aus seiner Richtung von ihm waren - waren sie nicht.

Jetzt würde man denken den ganzen Tag draußen sitzen ist irgendwie langweilig, aber dem ist nicht so, die Natur um einen herum lebt und atmet in vollen Zügen. Es ist wie ein Tag am Strand, man macht eigentlich nichts, aber langweilen tut man sich auch nicht.

Den ganzen Tag über lag die Spannung zum Greifen in der Luft. Meine Gastmutter und ich haben nichts gesehen, mein Gastvater hat ein Weibchen gesehen. Morgen gehen wir in den Schießstand meines Gastvaters, um bessere Chancen zu haben.

****!!!!Teil 2 morgen (Montag deutscher Zeit)!!!!****